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Piaristenkloster
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Architektur
Friedhofskirche des hl. Jakob Pfarrkirche des hl. Erzengel Michael Rathaus Schloss Piaristenkloster Prinzenpalast Prospektmauer
Architektur der Stadt Ostrov /Schlackenwerth/
Romanische Architektur
Das älteste Baudenkmal der Stadt ist die, in den Jahren 1224-1226 gebaute Friedhofskirche des hl. Jakob. Ursprünglich die Pfarr – später die Friedhofskirche zählt man zu der nordwestlichen Gruppe der spätromanischen Kirchen. Über dem rechteckigen Presbyterium stand in den früheren Zeiten der Chorturm. In der, zur Stadt gewandten Hauptfront wurde ein romanisches Vorsatzportal eingesetzt.

Gotische Architektur
Am Ende des 13. Jahrhunderts ist auf dem höheren, linken Ufer des Flusses Bystøice /Wistritz/ eine neue Siedlung entstanden. Jetzt befindet sich da historisches Zentrum der Stadt. Die Stadt wurde auf dem regelmässigen Grundriss mit einem länglichen Marktplatz und mit dem regelmässigen Strassennetz konzipiert. Das bedeutendste gotische Denkmal der Stadt stellt die Pfarrkirche des hl. Erzengel Michael vor. Der ursprüngliche Bau, damals dem hl. Nikolaus eingeweiht, stammt aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit ist das Tympanon des Eingangsportal mit den blinden Masswerken und das Kreuzgewölbe in der Sakristei geblieben. Mit dem länglichen Schiff ist der, in dem Erdgeschoss viereckiger Kirchenturm, mit dem achteckigen Überbau frei verbunden. Es handelt sich um eine dreischiffige Hallenkirche mit den Emporen, das Schiff mit Netz – Rippengewölbe, Presbyterium mit Sterngewölbe gewölbt.
Offensichtlich schon in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts handelte sich da um eine befestigte Stadt, die letzten Überreste der Stadtmauern sind noch unter der Pfarrkirche und am Pfarrhaus zu sehen.

Renaissance-Architektur
Auf dem Marktplatz befindet sich das städtische Rathaus, dessen Kern wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhundert stammt. Der Erdgeschoss war ursprünglich ganz offen, mit Arkaden, als Markthalle ausgenützt. Nach dem Brande im Jahre 1567 wurde das Rathaus im Renaissance-Stil, mit einem zugebauten Mittelturm überbaut. Damals war der Erdgeschoss mit Kreuzgewölben gewölbt. Das bedeutende Denkmal der Renaissance-Architektur stellt auch die, zum Schiff der Pfarrkirche zugebaute Taufkapelle mit dem Zellengewölbe. Auf dem Marktplatz befinden sich bürgerliche Häuser mit den gotischen Keller und Renaissance-Gewölben die zu der ursprünglichen freien Laube gehören. Die bedeutendsten stellen die Häuser No 9., 18., 20 und gegenüber die Häuser No.42., 44.,45. vor. Auf der Stelle des älteren, noch nicht bekannten Wohnsitz, hat wahrscheinlich Graf Schlick an der Wende des 15. und 16. Jahrhunderts ein Renaissance-Schloss bauen gelassen, eine Residenz des Schlackenwerther Zweiges des schlikischen Stammes.

Barock-Architektur
Den bedeutendsten Baustil dieser Stadt stellt Barock vor. Noch in der Zeit des dreissigjährigen Krieges hat der neue Inhaber der schlackenwerther Herrschaft, Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg, das alte Schlikische Schloss einrichten gelassen. Die grosszügige Bautätigkeit hat mit der Einrichtung des Schlossgartens, der damals zum Weltwunder genannt wurde, ihren Höhepunkt erreicht. Hinter dem Stadtrande hat Julius Heinrich das Stamm-Mausoleum bauen gelassen, wo er auch im Jahre 1666 bestattet wurde. Seine verwitwete Gattin Anna Magdalena hat da im Jahre 1666 Piaristenkloster gegründet. Das Areal, "Heiliger Bezirk" genannt, hat man schrittweise mit einzelnen Kapellen ergänzt. In den Jahren 1685-1690 hat Herzog Julius Franz vor dem Schlikischen Schlosse Lauenburgisches Schloss und im Schlossgarten das grosse Sommerhaus zubauen gelassen. Der Barock-Ausbau hat in der Zeit des neuen Herrschaftsinhaber Ludwig Wilhelm, Markgraf von Baden und seiner Gattin Sibylla Augusta, seinen Höhepunkt erreicht: ein drittes Badisches Schlossgebäude - der Prinzenpalast gebaut, der Schlossgarten im hohen Barock-Stil eingerichtet und mit einem Eingangstor - "Weissen Tor" versehen wurde. Von der Gartenseite wurde das Schlossareal mit einer Prospektmauer abgetrennt. Barock-Bauwesen hat auch die Stadtbauten beeinflusst. Als Beispiel das Haus No. 9. mit dem Relief der Mutter Gottes aus der Zeit um das Jahr 1700, das Haus No. 44. mit dem marianischen Bilde. Am besten hat sich das Spätbarock-Haus No.53 mit Tonnengewölben erhalten.

Klassizistische Architektur
Durch den klassizistischen Baustil wurde die Kapelle des hl. Johann von Nepomuk mit der kleinen offenen Säulen-Vorhalle vom Jahre 1827 im Schlossgarten und die Orangerie bei dem Prinzenpalast beeinflusst. Einziges Beispiel stellt das klassizistische Haus No.122 mit dem Fachwerk in dem ersten Stock.

Historismus
Nach den vernichtenden Bränden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beeinflusste die Hausfassaden der damals modische Historismus. Sein neogotisches Gepräge bekam nach dem Brande im Jahre 1866 auch das Rathaus. Die Wohnbauten und öffentlichen Gebäude beherrschte die Neorenaissance – z.B. Haus No. 10. auf dem Alten Marktplatz und hauptsächlich die, in den Jahren 1897-1902 gebaute, erste Volks- und Bürgerschule, jetzt Stadthaus der Kinder und Jugend.

Architektur des Sezessionsstil, Heimatstil, Art Deco und Moderne
An der Wende des 19. und 20. Jahrhunderts verbreitete sich die alte Stadt östlich und nordwestlich des Bahnhofs, wo die Gruppen der kleinen Solitärvillen entstanden. Zu den bedeutendsten Sezessionsbauten zählt man die Häuser No. 292 und 294. auf der Joachimsthaler Strasse. Sezessionsstil-Decor, grösstenteils ganz einfach und nüchtern, kann man auch auf der Fassaden in der alten Stadt sehen – z.B. No. 11., 12., 13. auf dem Alten Marktpaktz und in der Langen- und Žižkagasse. Für Heimatstil typisch, mit dem traditionellen Fachwerk im Giebel, ist das Haus No 18. Die Art Deco-Architektur wird vor allem mit dem Hause No.15 auf dem Alten Marktplatz, weiter Villa No. 127 des hiesigen Baumeisters Hugo Schöberle und Villa des Stadtarzt MUDr Gross in der Bahnhofstrasse No 320 / Entwurf von Arch. Karl Ernstberger, 1925/ vertreten. In der Lichtenstädter Strasse wurde in den Jahren 1928-1931, nach dem Entwurf des karlsbader Architekt Adolf Merretich Bezirksaltenhaus, jetzt Poliklinik, mit den hohen Attikagiebeln gebaut.

Die fünfziger Jahre Bauten – Architektur des sozialistischen Realismus
In dem Zusammenhang mit der Entwicklung der Uranerzförderung im Jaochimsthal ist in der Nähe der alten Stadt in den Jahren 1946-1960 eine neue Siedlung aufgewachsen. Zu den Dominanten zählt man das Kulturhaus auf dem neuen Marktplatz von den Jahren 1954-1955, mit dem monumentalen Portikus und Loggia, weiter das Geschäftshaus, das Postamt, die Restauration "Družba", die Myslbek´s Hauptschule, die Kindergarten und Kinderkrippen. Mit ihrem architektonischen Gesamtgepräge reiht sich die neue Stadt Ostrov zu den bedeutendsten architektonischen Komplexen der 50. Jahre des 20. Jahrhunderts in der Tschechischen Republik an.

text: Mgr. Lubomír Zeman