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Piaristenkloster
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Heiliger Bezirk
Die St. Floriani Kapelle in Ostrov - Schlackenwerth
Die St. Floriani Kapelle in Ostrov - Schlackenwerth gebaut zwischen den Jahren 1692-1693, geht auf den grossen Schlossbrand vom 28. Dezember 1691 zurück. Dieser Brand das alte schlikische Schloss vernichtet, die Stadt in seiner dicht schliessenden Nähe jedoch verschont hat. Dankbar für dieses kleineren Unglück hat Markgräfin Franziska Sibylla Augusta von Baden bei dem Piaristenkloster dem heiligen Floriani, dem Beschützer vor dem Brande, diese Kapelle gewidmet. Den Bau führte der herrschaftliche Baumeister Johann Sockh, Schöpfer des Entwurfes ist bisher nich bekannt. Ausser der Gruftkapelle und des Sommerhauses im Schlossgarten handelt es sich um den dritten Zentralbau in Ostrov, und zwar auf dem Grundriss des Viereckes mit den abschrägten Ecken. Das Deckengemälde des italienischen Künstlers Paolo Manni, der da damals als Hofmaler tätig war, sowie die Stuckarbeit, offensichtlich auch des italienischen Ursprungs, erinnert den Tag des Brandes, in den älteren Kalendern den Tag der Unschuldigen Kinder /28. Dezember/, die der römische Herrscher Herodes im Betlehem umbringen liess. Die dramatischen Szenen in der Kuppel setzen mit den Engelfiguren fort, die die Seelen der Kinder zum Himmel tragen und ihnen die Palmzweigen, Sinnbilder des Märtierertums, überreichen. Am höchsten sieht man die heilige Dreifaltigkeit.

Diese tragische biblische Szene hat auch die weitere Ausnützung dieser Kapelle beeinflusst. Im Zusammenhang mit den josephinischen Reformen hat man die Kapelle im Jahre 1788 geschlossen und vom Jahre 1793 wurde sie, nach den unrücksichtsvollen Eingriffen, in ein Getreidelagerhaus geändert. Später auch als Lagerhaus der Klostermobilien wurde die Kapelle immer baufälliger. Erst im Jahre 1933 restaurierte man sie und hat sie als Kriegerehrenhalle eröffnet. Ein grosses Kreuz, die Bronzplatten mit den Namen der Gefallenen der schlackenwerther Pfarrei in dem ersten Weltkriege und ein aus Säbel und Patronhülsen komponierter Leuchter drückten den neuen Sinn der Kapelle ein. Auch während des zweiten Weltkrieges fanden da die Andachten statt.

Am Anfang der 50. Jahren hat das Klosterareal die tschechoslowakische Armee übernommenn und die Kapelle wurde wieder zu einem Lagerhaus, bis zum Jahre 2000. Im Zusammenhang mit der Rekonstruktion aller Gebäude, mit der vorigen Ausnützung und auch mit der ergriffenen Geschichte dieser Stadt und ihrer Umgebung in dem 20. Jahrhundert, wurde die Kapelle zu einem pietätvollen Denkmal der Opfer des Gewalts. Man gedenkt da der Gefallenen der beiden Weltkriege, der Häftlinge des KZ Lager im Schloss, der Deportation der deutschen Antifaschisten, und der Zigeuner und Juden, der Kriegsgefangenen aller Nationalitäten, der Kriegsflüchtlinge, der abtransportierten Deutschen und der Deutschen, die in den ersten Tagen nach dem Kriege ohne eines anständigen Gerischtsprozess getötet wurden und endlich der vielen politischen Häftlinge, die da in den komunistischen Zwangsarbeitlagern der 50. Jahren gelitten haben. Einer von ihnen war auch Bildhauer Jaroslav Šlezinger /1911-1955/. Er arbeitete im sogenannten Todesturm mit dem Uranerz, ohne jeder Schutz und infolge der Bestrahlung im Jahre 1955 da gestorben ist. Er arbeitete auch bei der Ausschmückung des neuen Kulturhauses. Sein letztes Werk wurde, als Schicksalsironie, die Statuengruppe, die das Regime, das ihn getötet hat, feiert. Während dieser Arbeit hat er aber heimlich auch die kleinen Reliefe – die vierzehn Stehenbleiben des Kreuzweges geschaffen. In seinen Begleittexten ist das Leiden des Kristus mit den Erlebnissen des Künstlers und der vielen Häftlinge dieser Zeit und mit jedem Menschensleiden verbunden.

Alle Opfer des Gewalts warnen und sie sollen nie vergessen werden.