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Klosterkirche Maria Verkündigung
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Piaristenkloster
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Heiliger Bezirk
Die Gruftkapelle der hl. Anna
Stamm-Mausoleum der Herzöge von Sachsen –Lauenburg und der Markgrafen von Baden
Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg hat in Ostrov /Schlackenwerth/ für sich und für alle böhmischen Angehörigen seines Stammes eine Gruftkapelle bauen gelassen. Für dieses Stamm-Mausoleum hat er einen Platz am Rande des Schlossgartens gewählt. Der Garten als Sinnbild der irdischen Freude, gegenüber, in der geraden Linie, die Pfarrkirche des hl. Michael als Sinnbild der Evigkeit. Auf der entgegengesetzten Seite des Gartens befand sich die Friedhofskirche des hl. Jakob. Den Grundstein der Kapelle hat Julius Heinrich am 20. April 1644 gelegt. Sie wurde am 16. September 1663 eingeweiht und schon im Jahre 1665 die, des Herzogs sterblichen Überreste da bestattet wurden. Er ist am 20. November 1665 gestorben.

Wer die Kapelle entworfen und gebaut hat, ist noch nicht bekannt. Dieser zentrale, achtkantige Bau mit dem Kuppeldach und mit der Laterne wurde von der Aussenseite mit der Pilasterordnung gegliedert. Im Interieur, zwischen den Pfeilern befinden sich zweistöckige Emporen für die Tumben der Stamm-Angehörigen, die aber auch als Sängertribünen ausgenützt werden konnten. Die gebrochenen Pilaster mit den korinthischen Kapitelln, Obstfestonen und Engelköpfen tragen über dem Gesims eine Kuppel mit den Nischen. Krypta befindet sich unter dem Boden und ihre zwei Räume werden mit den Kreuzgewölben gewölbt.

Die Gruftkapelle stand da vereinsamt bis zu den Jahren 1666-1674, wann in der Nähe die Klosterkirche Maria Verkündigung und Konvent gebaut wurden. Dann hat man die Grufkapelle erhöht, um wenigstens ihre Gipfelpartie zu sehen würde und die Kapelle durch einen verdeckten Gang mit der Klosterkirche verbunden.

Nach dem Abgang der Piaristen und nach der Auflassung der lateinischen Schule im Jahre 1876 wurde die Kapelle mehr und mehr baufällig. Erst wenn das ganze Areal die Kongregation der Schwester der Christlichen Liebe gekauft hat, hat man mit der Ausbesserung der Gebäuden angefangen. Die Überreste der Stamm-Angehörigen, sowie die Zinnsärge haben die Schwester schon als vernichteten gefunden. Anstatt des Kuppeldaches wurde nur niedriges Zeltdach gelegt. Vom Anfang der 50. Jahren des 20. Jahrhunderts besass das Klosterareal die Tschechoslowakische Armee und auch diese Gruftkapelle ist fast zerstört geworden. Die Rekonstruktion verlief in den Jahren 2004-2007. Das Kuppeldach erneuert und im Interieur eine Exposition über die Bedeutung der Herzöge von Sachsen-Lauenburg und Markgrafen von Baden für den Baustand der Stadt Ostrov-Schlackenwerth, errichtet wurde.

Die Gruftkapelle der beiden Stämme zählt sich zu den bedeutendsten Denkmälern der Stadt und des ganzen Karlsbader Bezirks. Denn es handelt sich um den ältesten Zentral-Bau in Böhmen, die an die klassische Architektur der italienischen Renaissance und des Manierismus anknüpft.

In der Gruftkapelle bestattet wurden:
Julius Heinrich, Herzog von Sachsen-Lauenburg, geb.16. 4. 1586 – gest. 20. 11. 1665
Anna Magdalena, Herzogin von Sachsen-Lauenburg, geborene Lobkowitz, verwitwete Kolowrat, die Witwe des Julius Heinrich – gest. 7. 9. 1668
Franz Julius Heinrich, ein Kind, wahrscheinlich von Julius Franz von Sachsen-Lauenburg - gest. 4. 11. 1673
Maria Hedwiga Augusta, Herzogin von Sachsen-Lauenburg, geborene von Pfalz-Sulzbach, verwitwete Erzherzogin von Österreich, Gattin des Herzog Julius Franz, geb.16. 9. 1641 – gest. 23. 11. 1681 in Hamburg, nach Ostrov übertragen
Julius Franz, Herzog von Sachsen-Lauenburg, geb. 16. 11. 1641 – gest. 30. 9. 1689 Leopold Wilhelm, Sohn des Ludwig Wilhelm, Markgraf von Baden und Franziska Sibylla Augusta, geborene Prinzessin von Sachsen-Lauenburg
Maria Franziska, Markgräfin von Baden, geborene Fürstenberg, Tante des Ludwig Wilhelm von Baden, geb. 6. 6. 1633 – gest. 7. 3. 1702 in Lovosice, nach Ostrov übertragen
Karl Ludwig Damian, Sohn des Ludwig Georg, Markgraf von Baden, Enkel des Ludwig Wilhelm von Baden, geb. 1728 – gest. 6. 7. 1734


text: Mgr. Lubomír Zeman