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Piaristenkloster
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Heiliger Bezirk
Piaristenkloster
Im Jahre 1666 hat Anna Magdalena, Herzogin von Sachsen - Lauenburg in Schlackenwerth /Ostrov/ das Ordenshaus der Piaristen gegründet. Die wichtigste Aufgabe dieses, vom hl. Joseph von Calasanza gegründeten und von dem Papst im Jahre 1621 bestätigten Ordens, war pädogisches Wirken, mit dem auf die Musikerziehung gelegtem Gewicht. Die Schüler der lateinische Schule sollten zwölf Ordensväter unterrichten.

Den Bau des Konvent und der Klosterkirche, dessen Pläne Ordensgeneralat in Rom genehmigte, hat in der Nähe der Gruftkapelle der Baumeister Martin Reiner aus Prag durchgeführt. Zum Einweihen kam es im Jahre 1674. Die Piaristenschule bot eine seltene Gelegenheit zur höheren Bildung in der Stadt und deren Umgebung und sollte auch zur Rekatolisation dieser protestantischen Gegend helfen.

In der Gruftkapelle und später in der Klosterkirche befand sich das Gnadenbild, Holzschnitt der Jungfrau Maria vom Jahre 1492. Dieses hat im Jahre 1654 Herzogin Anna Magdalena aus norddeutscher Stadt Ebstorf hergebracht. Und weil die Piaristen vor allem die Gottes Mutter geehrt und deren Namen auch als ein Sinnbild angenommen haben, wurde dieses Gnadenbild und Kloster vom Jahre 1726 "Maria Treu" genannt.

Die Piaristenschule besass eine grosse Bibliothek, mit wertvollen Inkunabeln und Notenhandschriften und mit einer illuminierten schlesischen Handschrift vom Jahre 1353 – lateinische Hedwigslegende. Es handelte sich um Kopie des älteren /1300/ verlorenen Original, als „Schlackenwerther Codex“ genannt. Diese Bibliothek mit dem Codex hat ihr letzer Besitzer – die Stadt Schlackenwerth - im Jahre 1910 einem Antiquariat in Wien verkauft. Nach vielen Peripetien gehört jetzt die Handschrift einem Sammler in Aachen.

In der Piaristenschule studierten viele, später bedeutsame Persönlichkeiten, aus dem politischen, kirchlichen und militärischen Bereich. Zwei von ihnen sind noch bis zum heutigen Tage bekannt. Der Barockkomponist und badischer Hofkapellmeister Johann Caspar Ferdinand Fischer /1656 Schönfeld bei Schlaggenwald – 1746 Rastatt/, der da in den 70. Jahren des 17. Jahrhunderts studierte, hat viele Kompositionen für Orgel, andere Musikinstrumente und menschliche Stimmen komponiert, und zwar aus dem kirchlichen, sowie weltlichen Bereich. Er wurde "Badischer Bach" genannt, als Bach´s Vorgänger anerkannt und seine Kompositionen spielt man bis zum heutigen Tage.

Johann Josef Loschmidt /1821 Putschirn bei Karlsbad – 1896 Wien/ studierte da zwischen den Jahren 1833-1837. Zu seinen wissenschaftlichen Erfolgen zählt man vor allem „Loschmidtsche Zahl“ eine Voraussetzung für die Theorie der Gasbewegung und eine Strukturformel für Benzolsulfonsäure. Er wurde zum Professor der Physik und Chemie auf der Wiener Universität und neu ist er als einer der Begründer der Atomphysik anerkannt. Im Jahre 2003 hat ihm Masaryk´s Universität in Brno auf dem Konvent eine Gedenkplatte enthüllt.

Piaristen sind in Ostrov, mit einigen Unterbrechungen, bis zum Jahre 1876 tätig gewesen. Ganzes Klosterareal hat im Jahre 1897 deutsche Frauenkongregation Schwester der christlichen Liebe gekauft und da bis zum Jahre 1942 eine Mädchenschule geführt. Der weitere Besitzer, der Truppenkörper der tschechoslowakischen Armee, hat das Areal im Jahre 2000 verlassen. Nach der grossen Rekonstruktion wurde Klosterkonvent zum Jahre 2005 zu den 37 Stadtwohnungen verändert.